LOOCK: Wohnmaschine Archive

Martin Liebscher - Full House




Martin Liebscher, Ausstellungsansicht Wohnmaschine, 2003



05. Dezember 2003 - 24. Januar 2004

 

Martin Liebscher zeigt im Rahmen seiner Einzelausstellung Full House in der Wohnmaschine seine neuen Arbeiten Deutsche Börse (2003) und Casino InterContinental (2003) aus der Serie der Familienbilder.

 

Martin Liebschers Familienbilder sind Selbstbildnisse. Nachdem der Künstler sich selbst in unterschiedlichen Posen, z.T. auch in unterschiedlichen Räumen, mittels Selbstauslöser abgelichtet hat, werden die einzelnen digitalen Aufnahmen und

Raumansichten im Computer zu einem einzigen Bild neu zusammengesetzt. Aus bis zu 500 Einzelteilen entsteht so ein neues, manipuliertes Foto, das ohne Rücksicht auf Zeit- und Raumgrenzen verschiedene Zeitpunkte gleichzeitig abbildet und fiktive Räume erschafft.

Die beiden Arbeiten Deutsche Börse (Lambdaprint Alu Dibond, 120 x 453 cm, 2003) und Casino InterContinental (Lambdaprint Alu Dibond, 120 x 473 cm, 2003) zeigen die “Spielfelder des Geldes”.

 

“Daß man dem fotografischen Bild nicht trauen kann, ist längst zum Gemeinplatz geworden. Doch darum geht es in den Bildern des 1964 geborenen Liebscher nur am Rande. Zu offensichtlich ist die am Computer erzeugte Manipulation, trotzdem alles bruchlos zueinander paßt. Eher schon sind es die Fragen nach der Identität des Künstlers, die der Fotograf ins Zentrum der "Familienbilder" stellt. Zwar sehen all die kleinen Liebschers auf einem Bild gleich aus, aber dieselben scheinen es nicht zu sein.

Das Ich ist stets ein anderer auf diesen Fotos, keiner ist mit seinem Gegenüber identisch, und doch mögen sie alle "Ich sein". Wer weiß das schon? “ (Frankfurter Allgemeine Zeitung,19.11. 2002, Nr. 269, S. 46)