Sebastian Gögel und Paule Hammer - Hyper Hyper




Sebastian Gögel und Paule Hammer, Ausstellungsansicht, Wohnmaschine, 2006


 

23. Juni - 05. August 2006

 

 

Wir freuen uns die Ausstellung HYPER HYPER der beiden Leipziger Künstler Sebastian Gögel (*1978) und Paule Hammer (*1975) anzukündigen. Im Gegensatz zu Malern der Leipziger Schule beanspruchen Gögel und Hammer in ihrer gemeinsamen Arbeit Skulptur und Rauminstallation als Ausdrucksmedium, um Pop über Erhabenheit zu stellen und dabei vitale Durchschlagskraft mit einem durchtriebenen und scharfsinnigen Sinn für Humor zu kombinieren.

 

Sebastian Gögel und Paule Hammer arbeiten seit 2005 gemeinsam an skulpturalen Installationen.

Dabei verbinden sich die antropomorphen Charaktere aus Gögels Malerei mit Hammers assoziativen Arrangements von Zeichnungen und Collagen. Beiden Künstlern reicht die Fläche der Leinwand nicht aus und die Ausweitung der Farbgebung in den Raum ist in erster Linie einer expansiven Lust an der Malerei selbst geschuldet.

 

Ihre gemeinsamen Arbeiten bewegen sich zwischen Installation, Malerei und Bildhauerei. Sie spielen mit Bild und Wort, Abstraktion und Comic, setzen gleichzeitig Ölfarbe, Latex, Stoffe und Bauschaum, Alufolien und Knetmasse ein. Ihr spielerisches Gestalten mit lockeren Gesten behandelt mit bissigem Bildwitz und Humor das Alltägliche solange bis es ins Groteske kippt und sich Horrorelemente in ulkige Alltäglichkeiten verwandeln. Ihre dreidimensionalen Eskapaden sind gleichzeitig makaber, rastlos und unbarmherzig unterhaltsam.

 

Für „I just don’t know what to do with myself“, ihre erstmals im Laden für Nichts in Leipzig ausgestellte und bei Ritter/Zamet, in London rekonstruierte Installation, bauten Sebastian Gögel und Paule Hammer zusammen mit Andreas Grahl ein sternförmiges raumfüllendes Objekt, das teils wie ein gelandetes bunt bemaltes UFO, teils wie ein explodierender Komet die Wände des Raums zu sprengen schien. Durchsetzt mit pornografischen Collagen und Gothic-Punk-Elementen, besetzt der gleichzeitig organisch und mechanisch-konstruiert wirkende Fremdkörper den Raum und verdrängt sowohl die klassische Perspektive des Ausstellungsraums als auch die Besucher selbst von deren angestammten Plätzen.

 

Bei allen Versatzstücken aus Devotionalien der Popkultur, ironischer Adaption von Kitsch und Horror und der scheinbaren Huldigung des Chaos sind die Werke von Gögel und Hammer mit einem eigenen Wahrnehmungsprogramm versehen, das ironisch, böse, lakonisch und trotzig den Zufall bewußt ausspielt und Irritationen kalkuliert einbaut.